...hey Theo, kannst du uns hier mal genau das hartlöten des Auspuffs erklären??? welches lot, wie vorbereiten, welches flussmittel. mit welcher Flamme??
Georg
Naaagut, Georg, ich versuch`s mal.
Ich möchte vorwegschicken, daß ich mit primitivsten Mitteln arbeite und weit davon entfernt bin, ein Experte zu sein, und ich erhebe auch keinen Anspruch auf diesen Titel!
Ich habe mich für das Löten statt dem Schweißen entschieden, weil
a. altes dünnwandiges und rostiges Blech mit fragwürdiger Wandstärke sehr schwer zu (Schutzgas-)schweißen ist
b. ein nettes Forumsmitglied aus Österreich dieses schon erfolgreich durchgeführt hat und mir sein Wissen zukommen ließ. An dieser Stelle ein dickes "DANKE" an Dieter!
Zur Vorbereitung:
Eine saubere Oberfläche ist das A und O beim Löten! Dazu habe ich innen und außen mit diversen Kratz- und Schleifwerkzeugen das zu stopfende Loch nach bestem Vermögen gereinigt und entrostet, außen min. 5 mm um das Loch herum und innen so gut wie möglich (Blindflug).
Für das entsprechende Loch habe ich mir aus Tiefziehblech ein paßgenaues Teil hergestellt. Mit diesem Material lassen sich auch Biegungen, Ecken und Kanten gut modellieren, wenn man mit Hammer, Amboß und Zange umgehen kann. Auch dieses Blech muß supi gereinigt werden.
Das Werkzeug:
Ich benutze ein Silberlot (mit integriertem Flußmittel), dessen Spec ich nicht kenne. Es schmilzt aber gerade eben bei Verwendung einer Campinggaskartusche mit passendem Brenner. Besser wäre das Equipment vom Autogenschweißen, weil man damit eine "harte" Flamme (klein und heiß) erzeugen kann und damit chirurgisch genau löten kann, was mit dem Gasbrenner so nicht möglich ist. Aber wie erwähnt muß ich mit dem Campingbrenner operieren.
Das Löten:
Per Magnet kann man das Blechteil in Position halten und zunächst an einer Seite fixierlöten.
OBS! Wird der Magnet zu heiß, ist der Magnetismus weg.
Alternativ kann man an einer geeigneten Stelle einen Schweißpunkt setzen, das Blech einkeilen o.ä.
Die zu lötende Stelle erhitze ich so, daß Auspuff und Repblech gleichmäßig heiß werden, parallel führe ich das Lot zu und verteile mit der Spitze das zuerst flüssig werdende Flußmittel. Meiner Erfahrung nach muß das Blech einen leichten Glühzustand haben, dann sollte auch das Lot die Liquidustemperatur erreicht haben. In dem Zustand kann man wie beim WIG-Schweißen das Lot verteilen. Mit etwas Geschick läßt sich wie beim Verzinnen eine dickere Schicht auftragen.
Ich empfehle, die Lötstelle waagerecht zu positionieren, damit die Sauce nicht wegläuft.
Wenn die Stoffwechselendprodukt abgekühlt ist, entferne ich mit einem Hämmerchen das Flußmittel und verschleife das Lot mit der Umgebung. Sollten dann noch Löcher sein, wird an den entsprechenden Stellen nachgelötet.
Beim 76er Endtopf mußte ich segmentweise vorgehen, weil idR das Endstück ringsum durchgerostet ist. 120°-weise habe ich die Reste und den Rost entfernt und in drei Stufen gearbeitet, damit das Endstück in seiner originalen Position bleibt.
Ich hoffe, das ist soweit verständlich und alle Fragen beantwortet.
LG
Theo