Zündkerze "reparieren" möglich?

In diesem Forum soll es um die Reparatur unserer XT gehen
lemansde
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Zündkerze "reparieren" möglich?

Beitragvon lemansde » So Apr 10, 2016 13:23

Hallo Gemeinde,
ich muß mich mit meiner 86´1U6, die ich letztes Jahr nach 15 Jahren stehen lassen (und Guzzi LM IV fahren) hab restaurieren lassen, erst wieder anfreunden.
Die Vergaser-Abstimmung passt einfach noch nicht ganz und gestern gab´s wieder mal Muskelkater im rechten Bein :?
Ein schlauer Nachbar kam vorbei und sagte "kenn ich vom SR-fahren - Hahn voll aufreissen..." - das Ergebins war, dass die flammneue Kerze (200 km) keinen Funken mehr hatte weil versoffen. Uralt-Kerze (eventuell die Originale von 1986 :P ) rein und Standgas erhöht und nun klappts einigermaßen.

Nun die eigentliche Frage: muß ich die neue versoffene Kerze jetzt wegschmeißen oder kann man die wieder aktivieren?
Jrooß uss Kölle
Matthes

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lafayette
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Re: Zündkerze "reparieren" möglich?

Beitragvon lafayette » So Apr 10, 2016 13:46

Alles easy,
Kerze raus, trocknen lassen, wenns schnell gehen soll mit nem Fön, leicht mit nem Messingbürstchen rüber und gut is.

Grüsse
Micha

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Re: Zündkerze "reparieren" möglich?

Beitragvon Hiha » So Apr 10, 2016 14:37

Wenn die Kerze durch "Vergaser ganz aufziehen" nass geworden ist, war sie schon vorher nass, da sie durchs Aufziehen trocknet. Dein Nachbar hatte Recht, das funktioniert bei ersoffenen SRs genauso wie bei XTen.
Da Kerzen nicht kaputtgehen, schon gar nicht durch Benzineinwirkung, sollte sie,-sofern sie rußfrei ist- nach dem Trocknen wieder gehn.
Was ich auf alle Fälle und immer vermeide ist die Messingdrahtbürste, eventuell blase ich mit einem kleinen blauen Gasflämmchen rein, um Ruß und Kohle zu entfernen.
Neue Kerzen haben übrigens oftmals einen größeren Bügelabstand wie früher. Ich stell die auf 0,6mm ein, das zündet freudiger.

Gruß
Hans

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Re: Zündkerze "reparieren" möglich?

Beitragvon rei97 » So Apr 10, 2016 16:13

Also:
Das mit dem freudiger zynden bei SRs mit kleinerem Abstand an der Kerze spricht für einen schleichenden 300Ohm Spulentod. Wenn der gemessene Widerstand unter 200Ohm geht ist halt ohne vehementem Krafteinsatz kaum ein Start möglich. Ausweg wäre eine elektronische Zyndung, die womöglich noch den Überschneidungsfunken eliminiert.
Sowas hab ich als Prototyp aber eine Industrialisierung wird es wg. Tod des Boschmitarbeiters bei dem Projekt nicht geben.
Regards
Rei97

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Re: Zündkerze "reparieren" möglich?

Beitragvon Hiha » So Apr 10, 2016 17:02

Es geht um eine XT...

Hans

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Re: Zündkerze "reparieren" möglich?

Beitragvon motorang » Mo Apr 11, 2016 4:41

Kryptisch kryptisch ...
Kerzen sterben schon, doch.
Aber schon vorher geben sie manchmal keinen Funken mehr.

Der Hans mag keine Messingbürsten, weil die feinen Metallabrieb auf dem Isolator hinterlassen können, was dann zum Kriechen des Zündfunkens statt zu freudigem Springen führen kann. Genauso wie zu reichlich Kupferpaste am Kerzengewinde.

Der Funke kriecht, wenn er kann. Er kriecht dann gerne im Verborgenen, nur im Brennraum und unter Druck. Oder er ist dort so schwach, dass er verblasen wird, heraußen tut er aber noch halbwegs normal.
Feuchter Ruß auf der Kerze reicht da schon. Zwischen Isolator und Kerzenbuchse sollte der Spalt frei und trocken sein. Kalte Kerze mit Bremsenreiniger und Druckluft putzen, Stahldrahtbürste als Hilfsmittel. Erhitzen mit blauer rußfreier Flamme (Gasbrenner).

Wirklich kaputt werden sie eher inwendig, wenn die elektrische Verbindung der Mittelelektrode zum hinteren Anschlussgewinde bricht oder korrodiert, oder irgendwo im Isolator ein feiner Riss ist.

Nach 15 Jahren Stehzeit würd ich die Zündung mal gut durchschauen, Kontaktabstand und Zündzeitpunkt checken, schauen ob das Unterbrecherhäusl oder die Lichtmaschine nicht inzwischen feuchte Grotte und Rostlöcher sind, mal mit einem Lappen durch den Kündkontakt gehen.
Frischer Sprit ist drin? Vergaser geputzt?

Wenn die Kerze rußig ist und das Mopped über nacht Feuchtigkeit über offene Ventile in den Brennraum kriegt kann es schon vorbei sein mit der Funkerei. Dagegen hilft erstmal den Kolben mit dem Kicker nach dem Abstellen in die Kompression zu stellen, dann sollten die ventile zu sein.

Die andere Baustelle wäre ein tröpfelndes Schwimmerventil so dass beim Erststart zu viel Sprit im Vergaser ist. Benzinhahn testen ob der wirklich dicht macht, und dann Mopped mit geschlossenem Benzinhahn abstellen kann helfen. Trotzdem reicht oft schon der Sprit der aus dem Schlauich nachläuft dass es beim Starten zu fett wird. Wenn es mit Warmstartknopf geht dann würd ich mal das Schwimmerventil verdächtigen.
Hattest Du am Vergaser was gereinigt, Ultraschall? Dabei gehen nachfolgend gerne Düsen und Kanäle durch gelockerten Dreck zu, weil es das Reinigen zwar gut unterstützt, aber als alleinige Reinigung nicht ausreicht ...

Gryße!
Andreas, der motorang
Die häufigsten Ursachen für Vergaserprobleme finden sich im Zündungsbereich * Bucheli-Projekt

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Re: Zündkerze "reparieren" möglich?

Beitragvon lafayette » Mo Apr 11, 2016 7:51

Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen ich hab sofort nachgesehen: Ich verwende tatsächlich eine Drahtbürste zum Nachreinigen der Kontakte und nicht eine aus Messing. Schwein gehabt!
Danke an Hans und Dich für die Rückmeldung dieses kleinen aber wichtigen Details, so mancher hat sich in der Vergangenheit dann vielleicht gewundert warum trotz oder gerade wegen des wunderbaren Putzens mit der Messingbürste die vermeintlich nun supergute Zündkerze immer weniger ihre Arbeit verrichten konnte!



Grüsse,
Micha

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Re: Zündkerze "reparieren" möglich?

Beitragvon Hiha » Mo Apr 11, 2016 7:59

Ich sagte nur, dass ICH sie vermeide. Generationen von Motorradfahrern haben Messingdrahtbürsten erfolgreich zur Kerzenreinigung benutzt, es ist also mehr eine persönliche Sache...

Gruß
Hans

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Re: Zündkerze "reparieren" möglich?

Beitragvon zimmi313 » Mo Apr 11, 2016 8:21

Wenn die Kerze durch "Vergaser ganz aufziehen" nass geworden ist, war sie schon vorher nass, da sie durchs Aufziehen trocknet. Dein Nachbar hatte Recht, das funktioniert bei ersoffenen SRs genauso wie bei XTen.
Servus Hans,

funktioniert das auch bei den Gleichdrücker-SRs? Da bin ich mir gerade nicht so sicher... Kann's nicht selber ausprobieren, hab nämlich 'nen Flatslide drin. :D

Grysze, Michael
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Re: Zündkerze "reparieren" möglich?

Beitragvon Hiha » Mo Apr 11, 2016 11:31

Stimmt, mit Gleichdrückern weiß ichs nicht genau. Da könnte es theoretisch anders sein, da der Schieber ja ohne gescheite Strömung immer ganz unten ist.
Wenn meine XT, oder die SR meiner lieben Frau, beim dritten Kick nicht da ist, tu ich den Choke wieder raus, weil sie sonst beim vierten Kick ersäuft. Ist sie ersoffen-->Gashahn ganz auf und kicken.

Gruß
Hans

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Re: Zündkerze "reparieren" möglich?

Beitragvon hansa1600 » So Apr 17, 2016 12:13

putzen ja reparieren nein. Jedenfalls bei den heutigen Modellen. Wer noch eine Meiwo Zündkerze hat kann die Rädelmutter lösen und die Zündkerze
nach hinten zerlegen, aufpassen auf die Asbestdichtringe die zerbröseln leicht.......

Ob Messingbürste oder Stahlbürste ist Ansichtssache, seltsamer Weise werden die, im Katalog, als Zündkerzenbürsten betitelten Bürstchen immer mit Messingbehaarung angeboten. Ich habe eine Perlonbürste mit sehr harten Borsten, damit ich die Glasur auf dem Porzelankörper nicht beschädige.
Manche Kerzen haben auch einen Steatitisolator der ist eh rau und kann daher auch gestahlbürstet werden. Mit Glasperlen Sandstrahlen ist auch eine Option, gab es ja schon früher ein Zündkerzenreinigungsgerät von Bosch - war einen Ministrahlanlage mit Glasperlen!

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Re: Zündkerze "reparieren" möglich?

Beitragvon Hiha » So Apr 17, 2016 14:18

Die Zeiten, als Speckstein(Steatit) als Kerzenisolation vwerwendet wurde, kennt nicht mal mehr mein Vater, und der ist jetzt 87 Jahre alt. Keramikisolatoren haben sich bereits in den frühen30erJahren eingebürgert.

Gruß
Hans


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