Einlaufhilfe neue Nockenwelle

In diesem Forum werden Fragen zum Tuning des Motors erörtert
ProjectX
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Einlaufhilfe neue Nockenwelle

Beitragvon ProjectX » Do Nov 03, 2022 19:25

Hallo Leute,

am WE habe ich meinen "Top überholten Motor" auseinandergepflückt.
Der benötigte schon ab Kauf seinen 1 Liter ÖL auf 1K Km und im kalten Zustand bildete ich mir diverse Kolbenkipper ein.
Aktueller Zustand nun, Zylinderlauffläche glatt wie ein Spiegel, absolut keine Honspuren zu sehen.
Yamaha Gußkolben erstes Übermaß. Vermessen habe ich nichts. Neuer .50 von Athena liegt schon hier.
Nockenwelle mit Ausbrüchen. Kipphebel sehen noch relativ gut aus.
Ventilschaftdichtungen , irgendeine Billigware. Die sind mir entgegengefallen. Auslasskanal dick mit Ölkohle
beschichtet. Vermutlich auch Führung ausgenudelt oder auch hinterblasen.

Neue Welle bestellt (G1), neue Kipphebel unterwegs (Hartblock), neue Ventile geordert (Kedo, keine OEM),
Führungen werden vermessen und evtl. getauscht, neue (original Yamaha) Schaftdichtungen liegend.

Zu meiner eigentliche Frage.
Die aufgearbeiteten Nockenwellen (hier Grossewächter G1) sind ja Gas-Nitriert.
Vor Einbau polieren ist klar.
Aber wie lasse ich die Dinger Einlaufen?

Ich kenne das von meinen "Ami´s" flat tapped cams. Karre starten und rund 20 Minuten zwischen 2.5 und 3.5 rpm
nudeln lassen. Ohne abzustellen. Es sei denn dir fliegt ein Kühlerschlauch, Öldruck oder ein Kolben um die Ohren.

Ich hoffe das geht bei der XT einfacher.
Kann ich einfach fahren und schauen dass sich die Kolbenringe setzen?

:D
Markus

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Re: Einlaufhilfe neue Nockenwelle

Beitragvon Martin01 » Fr Nov 04, 2022 11:45

Hallo Markus,
zum Thema gw1 Nockenwelle habe ich aufgrund von Unsicherheit auch einen Thread eröffnet, am besten Mal durchlesen
viewtopic.php?t=15228

Nockenwelle und Kipphebel mit spezieller Einlaufpaste versehen und aus jeden Fall Zulauf Leitung vom Rahmen Öltank zum Motor gut entlüften.

Beim Start für die bessere Ölförderung(wie von dir beschrieben) die Höhe Drehzahl im Leerlauf halten.
Wichtig ist aber, dass sie jeden Fall Öl gefördert wird, das kannst du mir leicht gelöster Schraube am Öldeckel und oben um Zylinderkopf feststellen.

Grüße
Martin

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Re: Einlaufhilfe neue Nockenwelle

Beitragvon Hiha » Fr Nov 04, 2022 11:57

Die Grossewächternocken sind in erster Linie phosphatiert, das ist schon mal ein Einlaufschutz. Dazu noch ein spezieller Montageschmierstoff, dann sollte das schon passen. Die erhöhte Drehzahl von 2500-3000 hält man vor Allem um die Belastung an der Nockenspitze während der ersten Minuten möglichst klein zu halten, die ist im Leerlauf am Höchsten.
Gruß
Hans

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Re: Einlaufhilfe neue Nockenwelle

Beitragvon Theo » Fr Nov 04, 2022 12:56

Hallo Leute,

...
Zu meiner eigentliche Frage.
Die aufgearbeiteten Nockenwellen (hier Grossewächter G1) sind ja Gas-Nitriert.
Vor Einbau polieren ist klar.
Aber wie lasse ich die Dinger Einlaufen?

Ich kenne das von meinen "Ami´s" flat tapped cams. Karre starten und rund 20 Minuten zwischen 2.5 und 3.5 rpm
nudeln lassen. Ohne abzustellen. Es sei denn dir fliegt ein Kühlerschlauch, Öldruck oder ein Kolben um die Ohren.

Ich hoffe das geht bei der XT einfacher.
Kann ich einfach fahren und schauen dass sich die Kolbenringe setzen?

:D
Markus

Moin Markus,

im Grundsatz mache ich das mit der Nockenwelle genau so, wie Du es angedeutet hast. Allerdings fahre ich dabei auch, um Kühlluft zu generieren. Alternativ geht es auch mit einem Gebläse. Das mit den 20min für diese Nockenwelle passt. 10-15min sollten aber auch ausreichend sein.
Zusätzlich zu einer penibel entlüfteten Ölversorgung verwende ich zusätzlich Crane Cam Lube oder Red Line Assembly Lube.

Für Kolben und Ringe beginnt der eigentliche Einlaufvorgang aus meiner Sicht danach. In Kürze: Motor starten und warmfahren (Öl < 70°C) und dann gerne bis 3500/4000 drehen lassen. Das mit häufigem Gaswechsel, um beim kontrollierten Beschleunigen Druck auf die Ringe zu bringen.

Bei neuen Motoren wechsel ich das Öl mit Filter wie folgt: 50, 250, 500 und 1000km. Das mag dem einen oder anderen häufig vorkommen, aber bei fünfstelligem Motorpreis ist es das wert (kein XT-Motor!). Bei der XT könnte man auch 100, 500 und 1500 als Intervall nehmen.

Hier ein kurzer Auszug aus einer anderen Quelle:
Der neue Motor sollte erst dann zum ersten Mal gestartet werden, wenn der Fahrer bereit ist, das Gerät anzuwärmen, um im Anschluss den Einfahrvorgang in einem Zug durchzuziehen. Keine Angst, dauert nicht lang. Nach 70km sollte der Motor praktisch fertig eingefahren sein!
Zuvor sollte jedoch sichergestellt sein, dass in den Motor ein simples mineralisches Öl eingefüllt ist, und kein vollsynthetisches Superöl. Das Öl darf während des Einfahrvorgangs nämlich nicht perfekt schmieren, es will ja ein wenig gehobelt werden! Ein Billig Öl 10W 40 auf Mineralbasisfür 5 EUR pro Liter sollte reichen, vor allem wird dieses Öl nicht lange im Motor verbleiben... Anmerkung: Ölwechsel nach diesen 70km inkl. Filter, wenn viele Teile im Motor neu sind.

Ich hoffe, Du kannst damit etwas anfangen. Viele Wege führen nach Rom ...

Gruß, Theo
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ProjectX
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Re: Einlaufhilfe neue Nockenwelle

Beitragvon ProjectX » Fr Nov 04, 2022 17:53

Hallo Spezialisten,

ich danke euch für die Hilfe.
Beölung check, cam lube check, Einlaufen/Einfahren check.
Genauso mach ich das.
Wollt ihr mal die Ölpumpe im top überholten Motor sehen ?
Die hat Sand aber kein Öl gefördert
:)

viele Grüße

Markus
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Re: Einlaufhilfe neue Nockenwelle

Beitragvon Karsten K » Fr Nov 04, 2022 21:50

Schade dass der Motor nicht i.O. war.
Hast du den als "top überholt" gekauft? Privat oder von einem Händler? Vielleicht eine Warnung aussprechen wenn der/die/das noch weitere Motoren verkaufen will.

Grüße Karsten

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Re: Einlaufhilfe neue Nockenwelle

Beitragvon ProjectX » Sa Nov 05, 2022 15:50

Hallo Karsten,

ich habe vor 2 Jahren eine teilrestaurierte XT gekauft. Bei der der Motor laut Vorbesitzer
überholt wurde. Nichts schriftlich.
Ich konnte auch von außen diverse Arbeiten erkennen. Sie lief auch schön.
Die Arbeiten wurden halt absolut diletantisch ausgeführt.

Nun, nach etwa 7000 km ging mir der erhöhte Ölverbtrauch, undichte Kopfdichtung, Absacken
des Ölstands im Rahmenrohr und Kolbenklappern im kalten Zustand auf den Geist.
Nachdem ich dann im Sommer die Mutter vom Ritzel verloren habe und das Ritzel mir das Gewinde
auf der Ausgangswelle weggefräst hatte, war der Motor fällig.
Ich habe mir letztes Jahr auf Verdacht schon einen Motorunterbau neu aufgebaut, der kommt jetzt auch
zu Einsatz.

viele Grüße
Markus


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