Seite 1 von 1
Pleueltod
Verfasst: Fr Apr 01, 2016 8:16
von Theo
Moin zusammen,
habe gerade wieder einen Motor zerlegt, den ich erst vor 30.000km mit neuem Pleuel, Kurbelwellenlagern, Kolben, Nockenwelle, Kipphebel etc. ausgerüstet habe.
Der Motor wurde nur von mir und meiner Frau gefahren und bekam alle 3.000 neues Öl inkl. Filter. Warmfahren war Pflicht!
Beim Zerlegen mußte ich feststellen, daß, obwohl der Rest vom Motor tiptop aussieht, die Bronzeschicht im Pleuel hinüber ist. Am Topend ist unten außen links und rechts der Stahl sichtbar, obwohl dort der Durchmesser nur 20.030mm beträgt und damit noch fett gut ist. Und das nach nur 30.000km!
Ich habe schon Pleuel mit über 20.040 gemessen, bei denen die Bronze noch vollständig war. Ist leider ärgerlich, weil es mal wieder unnötig viel Geld und Zeit kostet, das zu richten. Na, der Motor muß eh auf --> Verlustscheibe.
Grummel
Theo

Re: Pleueltod
Verfasst: Fr Apr 01, 2016 9:24
von hershey
vielleicht ist das geringere spiel ja der grund für den schichtabtrag.
wie misst du das eigentlich?
gruss
jürgen
Re: Pleueltod
Verfasst: Fr Apr 01, 2016 10:22
von Hiha
Wenn die Maße noch gut sind, lass es drin. Das Kupfer ist NICHT für die Funktion zuständig, sondern das Maß und die Oberflächenqualität/Rauhtiefe.
Die XT600 hat ab einem bestimmten Baujahr von Haus aus kein Kupfer im Auge, Honda- und Suzuki-Pleuelaugen generell nicht, soweit ich das gesehen hab. Das ist zwar nicht so richtig gut, aber es funktioniert einigermaßen.
Gruß
Hans
Re: Pleueltod
Verfasst: Fr Apr 01, 2016 11:00
von rei97
Also:
Das mit dem partiellen Verlust der Cu Schicht ist zwar blöd, aber wie der Hans schon schrub, könnte es noch weiter gehen, wenn der Kolbenbolzen noch keine Riefen hat. Die Abmasse, sicher mit einer Innenlehre gemessen sehen ja nicht schlecht aus. Ich teste die Gebrauchsfähigkeit im Vergleich zu einen neuen Pleul durch Kippeln mit einem neuen Kolbenbolzen. (Bilder?)
Wie sowas entstehen kann?
Spontan fallen mir Klingeln im höheren Drehzahlbereich und Mangelschmierung ein.
Wurden die Simmeringe alle getauscht? Ölpumpe und Seitendeckel.
War das Spiel der Förderpumpe noch im Rahmen?
Wurde der Schleudersumpf gereinigt?
Beim Thema Verlustscheibe kennst Du sicher den Weg, ohne Motorspalten an die Brösel zu kommen.
Regards
Rei97
Re: Pleueltod
Verfasst: Fr Apr 01, 2016 23:43
von Theo
Danke Hans und Helmut für Eure Einschätzung. Ich war am Zweifeln, aber nicht am Verzweifeln!
@Helmut: gemessen mit Dreipunktinnenmikrometer in drei Ebenen und in diesen 2x je um 60° versetzt. Einen neuen Kobo habe ich, den werde ich dann auch verwenden und vorher gegen den alten messen. Nächste Woche auf der Schicht.
Ölsumpf wird bei mir immer gereinigt, genauso wie ich den Ölfilter immer mit dem Öl rausschmeiße.
Die Wellendichtringe habe ich damals alle getauscht, und wenn die Ölpumpe undicht wird, vermute ich als ersten Schaden den Ventiltrieb. Zumindest sollte der auch seinen Teil abbekommen, da sieht`s aber wie geleckt aus.
Klingeln als Ursache könnte evtl. in Frage kommen, da ich meinte, auf der Norwegenreise ab und zu ein gemeines "brrrrinngbrrr" zu hören und ich das Gefühl hatte, daß der Motor aus mir unerfindlichen Gründen zu mager lief. Ich bin dann leise weinend mit Halbgas weitergefahren, um den Motor und mein Gewissen zu schonen. Aber ich bin mir nicht sicher, ist schon so lange her...
Das spaltlose Verlustscheibenelimieren ist mir bekannt, hatte ich schon ins Visier genommen. Spart Zeit.
LG
Theo
Re: Pleueltod
Verfasst: Sa Apr 02, 2016 4:46
von motorang
Servus
Ölsumpf (=Ölwanne) ist nicht gleich Schleudersumpf (in der Kurbelwelle):
http://www.motorang.com/bucheli-projekt ... .htm#sumpf
Gryße!
Andreas, der motorang
Re: Pleueltod
Verfasst: Sa Apr 02, 2016 11:46
von Micha 583 162
Hallo Theo
weißt du noch was für ein Pleuel du eingebaut hast ? Original oder Zubehör. Frage deshalb weil ich mir gerade ein Pleuelkit gekauft habe von TKRJ. Weiß jemand zufällig etwas über dieses Pleuel zwecks Qualität?
Gruß
Micha
Re: Pleueltod
Verfasst: Sa Apr 02, 2016 13:15
von Theo
Ah, wer lesen kann...
Den Schleudersumpf in der KW habe ich nicht geöffnet. Ist jetzt auch blöd im eingebauten Zustand, weil man oft den Zapfen rausbohren muß.
Das Pleuel ist original Yamaha.
Die Verlustscheibe ist raus, ich hatte sie damals neu gemacht. Nun ist es ein Teller, zum Glück ohne Lagerberührung! Man mus auch mal Glück haben, gelle.
LG
Theo
Re: Pleueltod
Verfasst: Sa Apr 02, 2016 19:37
von rei97
Hallo Theo
weißt du noch was für ein Pleuel du eingebaut hast ? Original oder Zubehör. Frage deshalb weil ich mir gerade ein Pleuelkit gekauft habe von TKRJ. Weiß jemand zufällig etwas über dieses Pleuel zwecks Qualität?
Gruß
Micha
Also:
Habe bislang 2 Kits von Kedo verbaut.
Das waren offensichtliche Zurüsterteile.
Da ich annehme, dass die auch solche verbauen lassen, hatte ich erstmal ein gutes Gefühl.
Von den Gastmotoren bislang keine negativen Rückmeldungen.
Damals hatte ich Landunter mit guten gebrauchten Kurbelwellen, die ich vorsichtshalber auch schlagvermesse.
Solange gute gebrauchte Wellen noch unter dem Kit liegen, tue ich mir die Richterei nur ungerne an.
Lange Rumschlägelei auf dem Hackklotz und Vermessen des Schlages sind was für junge kräftige Bengels, die aber meist nicht das Gefühl für den richtigen Krafteinsatz haben, vom Vermessen mal abgesehen.
Regards
Rei97
Re: Pleueltod
Verfasst: Sa Apr 02, 2016 22:13
von Hiha
Der Großewächter hat ein Nachmarktpleuel im Verkauf, das serienmäßig Bronzegebüchst ist. Ich wollte das immer mal besorgen, hab aber grad keinen bedarf.
Gruß
Hans
Re: Pleueltod
Verfasst: Di Apr 05, 2016 7:04
von Theo
Der Verschlußstopfen in der Kurbelwelle hat trotz Erhitzen seine Entfernung strikt verweigert.
Den Kolbenbolzen habe ich noch einmal vermessen, mit 19.993mm ist er genauso groß wie ein neuer und die Oberfläche ist nicht riefig. Also bleibt er drin.
Die Ölpumpe wurde inzwischen auch vermessen und ist nicht verschlissen.
Das gebuchste Pleuel von GW habe ich auch schon im Auge. Bei nächster Gelegenheit probier ich das mal aus.
Gruß
Theo