Beitragvon Frank M » Mo Okt 04, 2010 10:39
wenn ich mich richtig entsinne wird die Abdichtung bei den K&J-Kegelrollenlagern mit einem abschließend eingelegten O-Ring gemacht. Für meinen Geschmack nicht so richtig schön, scheint aber das Gröbste soweit abzuhalten.
Wegen der Lagerbezeichnung (A) frag doch mal bei 'nem Lagerfuzzi nach, das kann ich dir so auch nicht sagen.
Das Einstellen der Kegelrollenlager mittels Distanzrohr ist m.E. nötig, um einen starren Verbund im Rahmen zu haben, den du mit 80Nm oder mehr anziehen kannst.
Der herkömmliche funktionelle Aufbau besteht aus Rahmen, äußerem Kegelrollenlagerteil und innerem Kegelrollenlagerteil und das Gleiche auf der anderen Seite nochmal. Dazwischen ist erstmal nix. Wird die Schwingenachse so festgezogen, werden die inneren Kegelrollenlagerteile in die äußeren mit Anzugsdrehmoment eingepresst. Das läuft zwar immernoch relativ leichtgängig, erzeugt aber unnötig Verschleiß an den Lagern.
Um dies zu umgehen und einen starren Verbund herzustellen, kann man sich ein Rohr zurechtmachen (Øi = Achsdurchmesser, ØA = passend zur inneren Lagerschale), dass auf die Achse gesteckt wird und sich genau zwischen den beiden inneren Kegelrollenlagerteilen abstützt. So kann die Achse richtig festgezogen werden und das Lagerspiel auf 0 anhand der Länge des Distanzrohres eingestellt werden.
Das puzzelige dabei ist das einmalige Ermitteln der notwendigen Distanzrohrlänge. Eine Drehbank ist hilfreich, weil die Stirnseiten des Distanzrohres unbedingt winklig und plan sein sollten.
- Äußere Lagerschalen in die Schwinge einbauen und sicherstellen, dass sie am jeweiligen Anschlag anliegen.
- Beide innere Lagerteile zusammen mit dem zunächst zu langen Distanzrohr und der Achse einbauen.
- Außen ein paar dicke Scheiben drauf, die Mutter aufschrauben und mit dem erforderlichen Anzugsdrehmoment anziehen (80Nm oder so).
- Der starre Verbund (Achse mit inneren Lagerteilen und Distanzrohr dazwischen) lassen sich jetzt in den äußeren Lagerschalen hin- und herschieben.
- Spiel ermitteln, alles wieder auseinanderbauen und das Distanzrohr um das ermittelte Spiel kürzen.
- Alles erneut zusammenbauen, mit dem erforderlichen Anzugsdrehmoment anziehen und wieder das Spiel ermitteln.
- Diese Spielchen wiederholst du solange, bis die Lager mit angezogener Achse kein fühlbares Spiel mehr haben.
Lieber langsam der Länge mit 0-Spiel nähern, denn wenn erstmal zu kurz, fängst du mit einem neuen Rohr wieder von vorn an.
Wenn du damit fertig bist, baust du alles in den Rahmen ein (noch ohne Gummidichtringe) und schraubst die Achsmutter handfest auf. Lässt sich die Schwinge samt Lagern jetzt noch axial im Rahmen auf der Achse verschieben, muss dieses Spiel mit zusätzlichen dünnen Scheiben außerhalb der Schwingenlagerung ausgeglichen werden.
So hast du das Lagerspiel der Kegelrollenlager in der Kastenschwinge korrekt eingestellt, die Schwinge im Rahmen ausdistanziert und kannst die Schwingenachse mit dem erforderlichen Anzugsdrehmoment anziehen, ohne die Lager zu überlasten.
Ein Bild davon hab ich leider nicht, aber vielleicht verdeutlicht dir mein Geschreibsel das Ganze etwas...